Gegen CCS und Fracking!

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Last update

Aug 13, 2013

Über uns
Die Bürgerinitiative gegen CO2 -Endlager in Schleswig-Holstein mit fast 3000 Mitgliedern wendet sich seit nunmehr dreieinhalb Jahren (gegründet am 19.05.2009) gemeinsam mit allen Fraktionen des Landtages in Schleswig-Holstein, zahlreichen Gemeinden und Kreisen sowie Wasserversorgern und Bauernverbänden gegen die Verpressung von CO2.

Was bedeutet CCS?
CO2-Abscheidung und -Speicherung (engl. Carbon Dioxide Capture and Storage). Um Kohlekraftwerke „grün“ zu waschen, sollen gigantische Mengen CO2, das bei der Kohleverbrennung entsteht, abgefangen, transportiert und für 10.000 Jahre „gespeichert“ werden. Im Wesentlichen vorgesehen sind dafür Saline Aquifere (Gesteinsschichten). Die CO2-Abscheidung ist auch für Industrieanlagen vorgesehen, spielt aber von der Menge her nur eine geringe Rolle.

Demokratie, Tourismus, Landwirtschaft und die lokale Wirtschaft werden gefährdet. Immobilien werden an Wert verlieren. Die Technik ist bis heute nicht erforscht und die Dichtigkeit der Endlagerstätten nicht bewiesen. Sollte CO2 aus den Endlagerstätten austreten, kann im Untergrund das Grund- und damit das Trinkwasser irreversibel verseucht werden. Da CO2 schwerer als Luft ist und sich deshalb am Boden sammeln kann, z.B. bei Windstille oder in Kellern, führt  an die Oberfläche austretendes CO2 in hoher Konzentration zum Erstickungstod.

Der Neubau von Kohlekraftwerken mit CCS verhindert den weiteren Ausbau umweltgerechter Alternativen, da Großkraftwerke für mindestens 40 Jahre Betriebsdauer ausgelegt sind. Von daher verhindert die CCS-Technik, neben den Gefahren für die Umwelt, neue energiepolitische Weichenstellungen hin zu mehr erneuerbaren Energien und Energieeinsparung.

Zwei Gesetzesvorlagen wurden durch unseren Widerstand von der Bundesregierung zurückgezogen und überarbeitet. Das am 24.08.2012 in Kraft getretene Bundesgesetz „Gesetz zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid“ (kurz CCS-Gesetz) erlaubt zwar sowohl Forschungs- als auch großtechnische Demonstrationsanlagen, hat aber die irrige Behauptung, CCS sei klimafreundlich, gestrichen und die jährlichen Einpressmengen deutlich reduziert. Die Bundesländer erhielten außerdem das Recht, eine Endlagerung unter bestimmten Voraussetzungen auszuschließen (Länderklausel). Schleswig-Holstein hat inzwischen ein CCS-Verbotsgesetz erlassen. Allerdings kann das Landesgesetz weder eine CO2-Verpressung in Nord- und Ostsee noch das von der EU geplante transeuropäische, bis zu 37.000 km lange CO2-Pipeline-System verhindern.

Zum CO2-Verpressungswahnsinn gesellt sich nun in Deutschland der Frackingwahnsinn.

Was ist Fracking?
Zur Förderung von Erdgas und -öl aus unkonventionellen Lagerstätten wird das Hydraulik Fracturing Verfahren (Fracking-Technologie) eingesetzt. Durch hohen Druck wird Wasser, vermischt mit hochgiftigen Chemikalien, ins Gestein gepresst. Die entstandenen Gesteinsrisse werden mit sogenannten Stützmitteln (z.B. Quarzsand) offen gehalten, um das Erdgas oder Erdöl fördern zu können. Die chemischen Zusätze und unkontrolliert aufsteigendes Gas sind eine Gefahr für die Umwelt – insbesondere für das Grund- und Trinkwasser. Jeder einzelne Fracking-Vorgang verbraucht zwischen 10 und 50 Millionen Liter Wasser.
Schwermetalle und radioaktive Stoffe werden nach oben transportiert. Insgesamt ist die Methodik noch wenig erforscht. Das hat auch Umweltminister Altmaier zugegeben. Fast die gesamte Fläche Schleswig-Holsteins ist betroffen!

Fracking-Risiken und Gefahren, insbesondere für das Trinkwasser:
Gefährdung von Grund- und Oberflächenwasser durch Chemikalien in den Betriebs- und Abwässern des Frackverfahrens, hervorgerufen durch:
- undichte Bohrlochummantelungen und Pipelines sowie das Aufsteigen von kontaminierten Wasser
- Unfälle von Tanklastzügen mit Chemikalien und Frackingfluiden
- Wiederaufstieg verpresster Abwässer bei der Entsorgung des anfallenden Abwassers ( Flowback)
Luftverunreinigungen und verseuchte Ackerböden durch:
- unkontrollierten Austritt von Methan und anderen Gasen
- giftige Verbrennungsprodukte durch Abfackeln von Gasen
Erdbeben und Senkungen durch:
- das Aufbrechen der Schiefergesteinsschicht
- Druckänderungen im Untergrund
- Verpressen von Flowback
Belastung der Anwohner durch:
- Infrastrukturschäden
- Lärm und Abgasbelastungen z. B. durch tausende LKW-Fuhren auf schmalen Straßen und bis zu 20
Dieselkompressoren mit jeweils 1.600 PS pro Bohrstelle
Flächenverbrauch für:
- pro Bohrstelle etwa 10.000 Quadratmeter, bis zu vier Bohrstellen pro Quadratkilometer werden benötigt
- Pipelines

Zur Behauptung der Konzerne, dass in Deutschland schon lange gefrackt werde: das horizontale Fracking ist mit dem früheren Fracking-Verfahren (senkrechtes Bohren) nicht zu vergleichen; die Auswirkungen und Gefahren des horizontalen Frackings sind um ca. das 100fache erhöht.

Mit einem veralteten, ehemaligen Kriegsermächtigungsgesetz(Bergrecht)wird einer gewaltigen Umweltzerstörung Tür und Tor geöffnet und Zwangsenteignungen zugelassen! Nach den Bauern, Brauern, Wasserwerken, Softgetränkeherstellern, vielen Gemeinden, Städten und Kreisen fordern nun 60.000 Ärzte der Landesärztekammer und die Gesundheitsämter Baden-Württembergs ein Frackingverbot.

In Verantwortung für zukünftige Generationen werden wir den Widerstand gegen Fracking und CCS fortsetzen. Es darf nicht sein, dass einige Lobbyisten und internationale Energiekonzerne die Macht in unserem Land übernehmen. Wir appellieren an weitere Berufs- und andere Verbände, an Bürger und Politiker auf allen Ebenen: Setzen Sie sich ebenfalls für ein Frackingverbot ein! Machen Sie Druck auf die Bundes- und EU-Politiker, unterstützen Sie die ca. 50 Bürgerinitiativen gegen Fracking, gehen Sie mit auf die Straße! Denn Fracking und CCS sind teure Hochrisiko-Technologien, schaden dem Klima und verhindern die Energiewende!